Im Auftrag der VGF: Für saubere Stationen

Orlando Julio De Oliveira Ferreira ist Reinigungsfachkraft bei der Firma Piepenbrock und für die Reinigung der unterirdischen Stationen der VGF zuständig. Hier auf den Bahnsteigen fegt und wischt er, reinigt die Handläufe der Treppen und leert die Abfalleimer. Morgens startet er um kurz vor fünf mit einer Tasse heißen Kaffee seinen Arbeitstag und beschließt in nachmittags um 14 Uhr. „Nein, keine Überstunden“, mache er. Der Job sei hart genug, vor allem im Winter. Dann zieht auf einigen Stationen ein eisiger Wind durch die Anlagen und an den Abgängen herrschen Minusgrade. In der nächsten Station oder in den Betriebsanlagen hat es dann wieder rund 20 Grad. Nicht überraschend, dass Erkältungen und grippale Infekte im Winter ständig dazu gehören und die Krankenquote bei den Reinigungskräften in der kalten Jahreszeit sehr hoch ist.

Noch drei Jahre wird Herr De Oliveira Ferreira diesen Job machen. Danach geht er in Rente. Ob er in Deutschland bleibt, frage ich den gebürtigen Portugiesen. „Auf jeden Fall“, antwortet er, „hier sind die Ärzte besser und man bekommt auch Termine. In meiner Heimatstadt Porto muss man Monate warten.“ Mit seiner Frau lebt er in Oberrad. Und er hat auch einen Garten, in dem sie viel Zeit verbringen. Ein Kollege hat ihm heute Äste einer Weinrebe mitgebracht. Die wird er einpflanzen und hofft, bald Trauben ernten zu können. „Nein, für Wein wird es nicht reichen“, grinst er, und wir fachsimpeln kurz über portugiesische Weine.

Seine drei Kinder und seine Schwester leben ebenfalls in Frankfurt. Hier hat sich eine portugiesische Gemeinschaft gefunden, die sich nach Feierabend oder am Wochenende trifft. Dann sitzen Kollegen und Freunde zusammen im Garten oder beim Kartenspielen im Centro Operário Portugues in Offenbach. Am Sonntag treffen sie sich in der Kirche und auf dem Fußballplatz, denn beides hat in der portugiesischen Gemeinde einen hohen Stellenwert. Und wenn Benfica Lissabon spielt, wird selbstverständlich zusammen geschaut und die Kinder kicken gemeinsam in Griesheim im Verein.

Sehr viele seiner Kollegen sind Portugiesen. „Früher waren es bestimmt 95 Prozent“, erklären mir Herr De Oliveira Ferreira und Herr Ribeiro, sein Kollege bei Piepenbrock. Und tatsächlich treffen wir während seiner Schicht viele seiner Landsmänner und -frauen. Warum das so ist, finden wir an diesem Vormittag – trotz wagemutiger Theorien – nicht heraus.

Seit 31 Jahren reinigt und pflegt Herr De Oliveira Ferreira die unterirdischen Stationen. Täglich fegt er die Stationen zwischen Schweizer Platz und Miquel- Adickesallee und leert dort die Abfalleimer. Ein bis zweimal wöchentlich wird jede Station mit der Reinigungsmaschine nass gewischt. Ist den Passanten der Kaffeebecher oder die Limo umgekippt, wird das gleich beseitigt. Auf dem Weg zwischen den Stationen grüßen sich die Kollegen, halten einen kurzen Plausch und erkundigen sich nach der Familie. Fast alle, die täglich auf den Bahnsteigen und den B-Ebenen der Stationen arbeiten, kennen sich. Viele arbeiten wie Herr De Oliveira Ferreira schon seit vielen Jahren hier unten. Aber auch die Fahrgäste kennen und grüßen den kleinen freundlichen Mann. Das ist nicht verwunderlich, denn wer ihn bei seiner Arbeit beobachtet, sieht schnell, warum. Die Eiligen lässt er schnell vorbei, macht Platz mit seinen Wagen und nickt ihnen aufmunternd zu. Für die Anderen hat er einen freundlichen Gruß oder ein breites Grinsen und scheint nach all den Jahren noch Spaß an der harten Arbeit zu haben. „ Aber nur im Team“, wie er verrät. „dann hat man was zu babbeln!“ Und hiermit stellen wir den Antrag auf die Städtepartnerschaft zwischen Porto und Frankfurt!

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2 Kommentare

  1. Schön das die Portugiesische Gemeinde bei der VGF jobs findet die einem bis zur Rente halten und von denen ganze Familien Baum Stämme leben.
    Ich selbst hoffe so lange Spass an der Arbeit zu haben und meine Familie deswegem wachsen zu sehen.
    Toller Beitrag!

  2. So unglaublich sauber ist es bei uns! Danke dafür!

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