Im Nikolaus-Express durchs zweite Adventswochenende

Alljährlich findet in Frankfurt am Main am zweiten Adventswochenende der Nikolaus-Express statt. Historische Busse und Bahnen bringen dabei in festlicher Atmosphäre Fahrgäste zum Schwanheimer Weihnachtsmarkt und ins Verkehrsmuseum Frankfurt am Main. Am vergangenen Wochenende war es wieder soweit. Zum 13. Mal veranstalteten die VGF und der Verein Historische Straßenbahn der Stadt Frankfurt am Main e. V. (HSF) den Nikolaus Express – erstmals in seiner Historie sogar zwei Tage am Stück.

Samstag: Alle Wege führen nach Schwanheim

Traditionell ist der Nikolaus-Express am Samstag des zweiten Adventswochenendes unterwegs. So war es auch am 9. Dezember 2017. Aus mehreren Frankfurter Stadtteilen sowie dem Umland brachten historische Busse und Bahnen die kleinen und großen Fahrgäste nach Schwanheim. Diese konnten dort den Stadtteil-Weihnachtsmarkt und das Verkehrsmuseum Frankfurt am Main besuchen.

Vor der Ausfahrt der ersten Fahrzeuge stehen die beiden U2-Wagen 304 und 305, der Omnibus 434 und der O-Wagen 111 nebeneinander im Betriebsbahnhof Gutleut. (Foto: Andreas Behrndt)

Insgesamt wurden 13 Linien mit 14 Fahrten auf 11 unterschiedlichen Strecken eingerichtet. Sie waren wie folgt aufgeteilt:

  • Die Linien A und F fuhren vom Zoo via Bornheim und Altstadt.
  • Die Linien B und G begannen an der Zuckschwerdtstraße in Höchst.
  • Die Linie C startete an der Schießhüttenstraße in Fechenheim.
  • Die Linie D verkehrte vom Westbahnhof via Schweizer Straße und Stresemannallee.
  • Die Linie E fuhr vom Rebstockbad via Stresemannallee und Louisa Bahnhof.
  • Die Linien H und I war vom Gravensteiner-Platz in Preungesheim via Südbahnhof und Gartenstraße unterwegs.
  • Die Linie K verkehrte von Neu-Isenburg Stadtgrenze via Mörfelder Landstraße und Schweizer Straße.
  • Die Linie U fuhr von Oberursel Bahnhof bzw. Bad Homburg Gonzenheim via Nordwestzentrum.
  • Linie V war von Enkheim via Offenbach Stadtgrenze unterwegs.
  • Linie W verkehrte vom Dornbusch via Hausen, Heerstraße und Rödelheim Bahnhof.
Der auf den Linien B und F eingesetzte M/m-Zug hat die Endhaltestelle an der Rheinlandstraße in Schwanheim erreicht. (Foto: Andreas Behrndt)

Um die Fahrten durchführen zu können, war nahezu der komplette Museums-Fuhrpark der VGF im Einsatz. Insgesamt waren 11 Trieb- und Beiwagen sowie Busse unterwegs:

  • der L/l-Zug, Baujahr 1957, auf den Linien A und K
  • der M/m-Zug, Baujahr 1959, auf den Linien B und F
  • N-Wagen 112, Baujahr 1963, auf den Linien D und G
  • O-Wagen 111, Baujahr 1969, auf den Linien C und E
  • Pt-Wagen 148, Baujahr 1978, auf den Linien H und I
  • die U2-Wagen 303 und 304, Baujahr 1968, sowie zwei moderne Niederflurbusse auf der Linie U
  • Wagen 434, ein Mercedes-Benz-Omnibus des Typs „O305“, Baujahr 1979, auf den Linien V und W
Sobald der Nikolaus ein Fahrzeug des Nikolaus-Express betritt, sind alle Augen – insbesondere die der kleinen Fahrgäste – auf ihn gerichtet. (Foto: Andreas Behrndt)

Dem Anlass entsprechend waren alle eingesetzten Fahrzeuge sowohl innen als auch außen weihnachtlich dekoriert. An den Fronten waren Girlanden und Bilder angebracht. In den Fahrgasträumen hingen Girlanden und Fensterbilder. Zudem war die Innenbeleuchtung farbig gestaltet und es erklang weihnachtliche Musik. Für die größten Augen sorgen bei den kleinen Fahrgästen jedoch nicht dekorierten Bahnen, sondern der Nikolaus. Er konnte als besonderer Gast in allen Fahrzeugen begrüßt werden. Im Gepäck hatte er kleine Überraschungstüten, gefüllt u. a. mit einem Stofftier und einem Schokoladen-Nikolaus.

Sonntag: Pendelfahrten zwischen drei Weihnachtsmärkten

In den vergangenen Jahren waren die Busse und Bahnen des Nikolaus-Express nur am Samstag des zweiten Adventswochenendes unterwegs. Nicht so in diesem Jahr. Erstmals kamen auch am Sonntag, den 10. Dezember 2017, drei Züge zum Einsatz. Im Vergleich zu den Fahrten am Vortag gab es jedoch einige Änderungen.

Der weihnachtlich geschmückte Pt-Wagen 148 wartet an der Schießhüttenstraße in Fechenheim seine Rückfahrt in Richtung Schwanheim ab. (Foto: Andreas Behrndt)

Alle Nikolaus-Express-Zusatzfahrten bedienten dieselbe Strecke. Sie führte von der Rheinlandstraße in Schwanheim via Römer/Paulskirche und Ostbahnhof zur Schießhüttenstraße in Fechenheim. Somit verband sie die beiden Stadtteil-Weihnachtsmärkte in Schwanheim und Fechenheim sowie den Frankfurter Weihnachtsmarkt in der Innenstadt miteinander. Bedint wurde die Strecke von 12 bis 19 Uhr im Stundentakt.

Eingesetzt wurden insgesamt drei Straßenbahnen. Einerseits verkehrte der O-Wagen 111, Baujahr 1969. Andererseits waren die beiden Pt-Wagen 148 und 728, Baujahr 1978 bzw. 1977, unterwegs. Letzterer war am Vortag nicht im Einsatz gewesen. Für die Fahrten war keine Anmeldung erforderlich. Daher konnte an allen Haltestellen entlang des Linienwegs aus spontan zugestiegen werden. Zahlreiche Fahrgäste nutzten die Gelegenheit, einzusteigen und mitzufahren. Sie konnten anschließend nicht nur die festlich geschmückten Fahrgasträume bewundern, sondern darüber hinaus auch weihnachtlicher Musik lauschen.

Summa Summarum konnten VGF und HSF beim Nikolaus-Express 2017 mehr als 2.200 Fahrgäste begrüßen. Am Samstag waren es 638, bei den Zusatzfahrten am Sonntag fast 1.600.

Blick in den weihnachtlich dekorierten Fahrgastraum des O-Wagens 111 (Foto: Andreas Behrndt)

Andreas Behrndt, 33 Jahre alt, stammt aus Schwedt/Oder und wohnt seit 2007 in Frankfurt am Main. Bereits ebenso lange ist er Mitglied der HSF. Neben seiner Tätigkeit in der externen und internen Vereinskommunikation wirkt er u. a. bei der Erstellung von Sonderausstellungen mit und übernimmt regelmäßig Dienste im Verkehrsmuseum Frankfurt am Main.

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4 Kommentare

  1. Hallo, wir waren am 09. Dezember 2017 auch mir dabei. Die Fahrt war schön, das Fahrzeug schön geschmückt + warm + mit Musik, die Fahrbegleiter freundlich & informiert (auch über Allgemeines über die alt + neue Bahnen, Strecken, Fahrten) und das Verkehrsmuseum wie immer interessant!

  2. Kleine Frage,

    Warum kann man nicht im Verkehrsmuseum in die historischen Wagen hinein gehen.

    Weil sonst hat man in 10 Minuten alles gesehen

    Das ist schade für strab/Stadtbahn Frankfurt Fans 😉

    1. Das erlaubt uns die VGF leider nicht. Die Wagen gehören uns doch gar nicht.

  3. Frage:Wo ist eigentlich/was ist eigentlich der Fuhrpark .Kann man diesen besuchen.

    LG

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