Danke, dass Ihr da seid!

Die VGF wendet sich mit einer Botschaft an ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – und nicht nur an sie!

Die Flure still, die meisten Büros verwaist. Kolleginnen und Kollegen im „Home Office“ oder „mobil“ arbeitend zu Hause. Besprechungen sind abgesagt oder werden als „Telko“ wahrgenommen (schon vor der Corona-Krise eine schreckliche Abkürzung). Die Kantine ist dicht und in der Kaffee-Küche markieren Klebestreifen auf dem Boden, wo man zu warten hat, damit der Sicherheitsabstand zum Vordermann eingehalten wird. Das Neueste ist der Aufkleber am Fahrstuhl, man möge ihn wegen der aktuellen Lage doch bitte nur noch einzeln benutzen. Eigentlich sollte man ja gar nicht, denn Treppensteigen gehört zum betrieblichen Gesundheitsmanagement, also zum guten Ton.

„Mehltau“ ist der Begriff, der einem einfällt, um zu beschreiben, wie es sich in Verwaltungen und Büros dieser Tage anfühlt. Natürlich ist die Arbeit nicht komplett eingestellt: Die Personalabteilung zum Beispiel läuft – wenn auch zum Teil von zu Hause aus, „Home-Office“ oder „mobiles Arbeiten“ sollen Mitarbeiter schützen, sie sind keine Synonyme für „bezahlten Urlaub“ – auf Hochtouren, denn die Fragen zu Kinderbetreuung, Gleitzeit, Überstunden-Regelungen und und und nehmen kein Ende. Sie sind Ausdruck der Unsicherheit, die über viele gekommen ist, weil die Corona-Krise Fragen aufwirft, denen wir uns bis jetzt nicht – oder wenn, dann nur in Einzelfällen – stellen mußten. Auch die Entgeltfortzahlung muß gesichert sein, der Einkauf muß an Bord bleiben, denn die Geschäftstätigkeit wird ja nicht komplett eingestellt. Es wird ein (Arbeits-)Leben nach der Krise geben, um was man sich jetzt nicht kümmert, steht dann nicht zur Verfügung. Aber so oder so: die VGF und andere Unternehmen werden „nach Corona“ riesige Bugwellen unerledigter Aufgaben vor sich herschieben, die sie auf unabsehbare Zeit beschäftigen und behindern werden.

Ein Unternehmen, zwei Realitäten

Aufgaben, die zumindest teilweise von zu Hause erledigt werden können, sind die eine Realität in einem Unternehmen wie der VGF. Aber es gibt eine Parallelwelt, andere Berufe und Tätigkeiten, solche, die sich nicht vom einsamen – in diesen Tagen sollte man wohl eher sagen „sicheren“ – Schreibtisch oder von zu Hause erledigen lassen. Die Jobs in den Fahrerkabinen von U- und Straßenbahnen zum Beispiel. Oder die Überwachung von deren Betrieb von der Leitstelle aus. Fahrzeuge lassen sich nicht von der heimischen Küche aus instand setzen, nicht einmal einen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern oder mehr kann man in der Werkstatt in allen Fällen halten.

Und doch sind es diese Tätigkeiten, gerne als „Kerngeschäft“ bezeichnet, die jetzt stärker ins Bewußtsein treten. Der öffentliche Nahverkehr gilt als unverzichtbarer Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge, ja mehr noch, als „kritische Infrastruktur“, was in diesem Zusammenhang bedeutet, daß er unter allen Umständen aufrechterhalten werden muß. Was das bedeutet, bringt ein Pressefoto der Agentur Associated Press aus der vergangenen Woche besser zum Ausdruck als viele Worte: Bergamo, wo der Virus stärker grassiert als im restlichen Italien, eine Geisterstadt. Einsam und mitten auf einer dreispurigen Allee – ein Linienbus.

Das zeigt: Der Betrieb von Bahnen und Bussen ist wichtig. Ein Stück Normalität in einer ganz und gar nicht normalen Zeit. Viele Menschen sind auf die öffentliche Mobilität, die von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der VGF zur Verfügung gestellt wird, angewiesen. Folglich heißt das Ziel des Unternehmens: Wir fahren so viel es geht und das so lange wie möglich.

Anpassungen des Fahrplans

Dennoch waren in den vergangenen Wochen mehrfach Anpassungen des Fahrplans nötig. Zum einen wegen der sinkenden Fahrgast-Nachfrage – spätestens seit mit dem Aussetzen des Schulunterrichts zum 16. März der Schülerverkehr entfiel –, zum anderen weil auch die VGF nicht vor Personalmangel gefeit ist, wie ihn Erkrankungen, Verdachts- oder Quarantäne-Fälle in der Mitarbeiterschaft auslösen können. Erst zu reagieren, wenn die Mitarbeiter krank sind und Kurse ausfallen, ist zu spät. Fahrgäste sollen sich auf das Angebot der VGF verlassen können. So sind wir am 18. März zunächst auf den Sommerferien-Fahrplan umgestiegen, dann wurde am Wochenende 20. auf 22. März der Nachtverkehr bis auf weiteres eingestellt und ein dritter Schritt wird zurzeit vorbereitet. Hierzu wird am Donnerstag, 26. März, eine Presse-Information veröffentlicht. Feststeht: Es werden keine Fahrzeuge abgehängt, die Züge fahren weiterhin in der „normalen“ Behängung, damit gerade in dieser Zeit, in der Abstand zueinander den Umgang bestimmt, keine übervollen Abteile kontraproduktiv wirken.

Unser Dank an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Aber das Entscheidende: Die U- und Straßenbahnen der VGF fahren. Ebenso die Busse, die von unserer Schwester-Gesellschaft ICB und anderen Unternehmen betrieben werden. Weil viele Menschen im Fahrdienst oder in der Werkstatt, in der Leitstelle oder anderen Abteilungen jeden Tag zur Arbeit kommen und ihren Job machen. Egal wie die Einschränkungen sie treffen oder welche Sorgen sie sich um sich und ihre Familie machen. Dafür möchte sich die VGF bei ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit der  kleinen Aktion „Danke, dass Ihr da seid!“ herzlich bedanken. Und gleichzeitig auf diese Weise auf Nutzen und Bedeutung unserer Dienstleistung für unsere Stadt aufmerksam machen.

Das soll in zwei Schritten geschehen. Zunächst wird das hier gezeigte „Danke, dass Ihr da seid!“-Motiv über die Social Media-Kanäle der VGF publiziert – Facebook, Twitter, Instagram. Dazu gibt es mit

#frankfurtbrauchteuch

einen neuen Hashtag. Parallel wird der Dank auf der Homepage und natürlich über die Kanäle der internen Kommunikation veröffentlicht. In einem zweiten Schritt werden dann in den Stationen und an den Haltestellen im Netz der VGF Werbeflächen mit den Plakaten geschaltet, außerdem läuft die Botschaft auf den Infoscreens in den U-Bahnstationen sowie auf den Bildschirmen der Fahrscheinautomaten.

Unser Dank an alle

Mit Recht liegt der Fokus der Berichterstattung und der öffentlichen Wahrnehmung besonders auf denjenigen, die in diesen Wochen unter großen Belastungen in medizinischen oder Pflege-Berufen arbeiten. Die unser Gesundheitssystem funktionieren lassen. Aber es gibt noch andere Menschen, die die Welt, wie wir sie kennen, lebenswert erhalten: die, die in entsprechenden Werken die Strom-, Gas- und Wasserversorgung gewährleisten; die durch ihre Arbeit in den Lkw-Fahrerhäusern und in den Lagern Hamsterkäufe schwachsinnig machen, weil die Lieferketten nach wie vor funktionieren – ja, erstaunlicherweise kommt immer wieder neues Klopapier in die Regale, das dann in Zehner-Packs nach Hause geschafft werden kann. Die bei der Müllabfuhr arbeiten; an den Supermarktkassen; bei Polizei und Feuerwehr; die Geldautomaten bestücken, sonst sähe es mit den Hamsterkäufen nicht gut aus. Und alle tun das, obwohl sie persönlich auch von den Einschränkungen betroffen sind, die unser Leben zurzeit bestimmen, und private Sorgen sie belasten.

Ihnen gilt unser großer Dank genauso wie unseren Kolleginnen und Kollegen, die ihren Teil im Rahmen der VGF beitragen. Also: Danke, dass Ihr da seid!

Bernd Conrads
B.Conrads@vgf-ffm.de
1 Kommentar
  • Klaus Denzinger
    Gepostet am 19:27h, 29 März Antworten

    Dem Ganzen kann ich mich nur herzlichst anschließen.

    Vielen, vielen Dank an Alle!!!!!!

    Klaus Denzinger, Frankfurt am Main

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