Virtuelles Bild des Europaviertels

U-Bahn ins Europaviertel

Frankfurt wächst. Zwar nicht das Stadtgebiet, aber die Zahl seiner Einwohner in Neubaugebieten wie dem Riedberg oder dem Europaviertel, dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs. Rund 30.000 Menschen leben und arbeiten hier, wo sich früher Gleis an Gleis reihte. Im Europaviertel verbinden sich schon heute städtebauliche Großzügigkeit, eine ausgewogene Mischung aus Wohnen und Gewerbe, breite Rad- und Fußgängerwege, große Parks und Treffpunkte für Freizeit und Geselligkeit zu einem neuen innerstädtischen Quartier mit guten Lebensgefühl.

Damit steht das moderne Viertel symbolisch für die Weiterentwicklung der Stadt Frankfurt als Zentrum der Rhein-Main-Region. Denn es bietet familienfreundlichen Wohnraum und moderne Arbeitsstätten, es fördert den innerstädtischen Standort der Frankfurter Messe und ermöglicht durch die Sicherung künftiger Flächen potenzielle städtebauliche Erweiterungen. Und es fördert nicht zuletzt das Ansehen der Stadt als europäisches Finanz- und Dienstleistungszentrum.

Die Menschen, die hier wohnen und arbeiten, haben schnell städtisches Leben und Flair in den neuen Stadtteil gebracht. Sie locken Kunden an und laden Gäste ein. In Parkanlagen und Geschäften, in Cafés und Restaurants herrscht rege Geschäftigkeit. Die Verkehrsanbindung durch die Verlängerung der Stadtbahn-Linie U5 – die Hauptbauarbeiten beginnen noch in diesem Jahr – wird dazu beitragen, dass das Europaviertel schnell „richtig“ zu Frankfurt gehört. Und natürlich dazu, dass es schnell erreichbar ist.

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2,7 Kilometer neue U-Bahn

Zusammen mit der Stadt Frankfurt investieren wir in eine ca. 2,7 Kilometer lange neue Stadtbahn-Linie mit vier Stationen. Sie zweigt hinter dem Platz der Republik unterirdisch von der Strecke der U4 ab, verläuft unter der Bestandsbebauung zum Güterplatz und folgt von dort auf einem oberirdischen Abschnitt der 60 Meter breiten Europa-Allee. Vier Stationen – „Güterplatz“, „Emser Brücke“, „Europagarten“ und „Wohnpark“ – erschließen das neue Wohn- und Geschäftsviertel mit einer leistungsfähigen ÖPNV-Verbindung.

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Frühzeitige Information

Doch bis es so weit ist – dessen sind wir uns bewusst –, werden umfangreiche Bauarbeiten von Einwohnern und Gästen im Europaviertel Geduld und Verständnis fordern. Wir wissen auch, wie kräftezehrend eine Großbaustelle vor der eigenen Laden-, Haus- oder Hoteltür sein kann. Deshalb sind wir schon früh und lange vor den eigentlichen Arbeiten in den Dialog mit den betroffenen Menschen getreten, haben Vorschläge angehört und die Öffentlichkeit über den jeweiligen Stand des Projekts informiert.

Da sich das bewährt hat, werden wir auch weiter Anwohner, Geschäftsanrainer, Hoteliers, Gäste und Bürger über alle Bauphasen – vom Spatenstich bis zur Jungfernfahrt, die voraussichtlich im Jahr 2022 sein wird – gut und lückenlos informieren und mit ihnen im Gespräch bleiben.

Die Projektbaugesellschaft SBEV

Die Stadt Frankfurt hat die VGF im Jahr 2015 beauftragt, das Projekt „Verlängerung der U5“ als Bauherrin zu realisieren. Gemeinsam haben wir die „Stadtbahn Europaviertel Projektbaugesellschaft mbH (SBEV)“ gegründet. Unser Vorbild waren vergleichbare Großprojekte in deutschen Großstädten, bei denen sich eigenständige Projektbaugesellschaften bewährt haben, so zum Beispiel in Berlin und Karlsruhe. Der Vorteil: Die SBEV ist mit einem etwa 20-köpfigen Team aus Einkäufern, Ingenieuren und Kaufleuten als schlagkräftige, kleine Einheit aufgestellt, die sich voll und ganz auf dieses eine große Vorhaben konzentriert. Wir sind davon überzeugt, dass dies beste Voraussetzungen für eine sachverständige und effiziente Projektrealisierung sind.


Verlängerte U5

Mit Blick auf die Kosten wurden in der Planungsphase Kompromisse ausgehandelt und Lösungen erarbeitet, die auf das Europaviertel zugeschnitten sind. Ursprünglich war ein komplett unterirdischer Streckenverlauf geplant, der aus Kostengründen und zugunsten der jetzigen Lösung verworfen wurde: Die Linie U5 wird von 2011 an über die bisherige Endstation „Hauptbahnhof“ hinaus in das neue Quartier Europaviertel um ca. 2,7 Kilometer verlängert. Die rund 100 Meter lange Station „Güterplatz“, die erste hinter dem Abzweig unter dem Platz der Republik in westlicher Richtung, liegt unterirdisch. Hinter der Station führt die Strecke über eine Rampe an die Oberfläche und wird in der Mitte der Europa-Allee auf einem Rasengleis weiter nach Westen geführt. Der Europagarten wird von einem Gemeinschaftstunnel für Bahn und Autos unterquert – damit ist der Erhalt der weitläufigen Grünfläche gesichert. Die Stationen „Emser Brücke“, „Europagarten“ und „Wohnpark“ werden mit ihren rund 75 Meter langen Bahnsteigen oberirdisch errichtet. Mit dieser Infrastruktur ist künftig der Einsatz von Drei-Wagen-Zügen auf der Linie U5 möglich. Modernen Drei-Wagen-Zügen muß man dazu sagen, denn mit dem Umbau der Stationen „Musterschule“ und „Glauburgstraße“ soll die U5 bis zum Ende der Sommerferien 2016 komplett barrierefrei sein.

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Eine unterirdische Station

Der „Centrale Güter Bahnhof“, seit 1888 Frankfurts Güterhauptumschlagplatz und Rangierbahnhof, wurde 1996 nach mehr als 100 Jahren Betrieb stillgelegt, da sich der Containerverkehr immer weiter von der Schiene auf die Straße verlagert hatte. Durch die Stilllegung wurde Raum geschaffen für das Europaviertel – und für die moderne Stadtbahnstation „Güterplatz“. Sie wird sich durch eine beeindruckende Architektur auszeichnen: Über dem Bahnsteig wölbt sich in neun Metern Höhe eine Decke mit integrierter Beleuchtung. Fünf große kegelförmige Öffnungen reichen bis zur Oberfläche und lassen Tageslicht eindringen.

Der barrierefreie Mittelbahnsteig der Station „Güterplatz“ liegt 20 Meter unter der Oberfläche. Er ist über Auf- und Abgänge in der Frankenallee sowie auf dem Vorplatz des Einkaufszentrums „Skyline Plaza“ zu erreichen. Ein stufenloser Ein- und Ausstieg sowie ein Boden, in dem ein taktiles Leitsystem für Menschen mit Sehbehinderung eingelassen ist, sorgen an den Bahnsteigkanten für maximale Sicherheit.

… und drei oberirdische

Die anderen drei Neubau-Stationen liegen oberirdisch in der Mitte der Europa-Allee. Die Stationen „Emser Brücke“, „Europagarten“ und „Wohnpark“ erhalten rund 75 Meter lange Seitenbahnsteige, die sich harmonisch in das großzügige und grüne Straßenbild einfügen und über Rampen barrierefrei zugänglich sein werden. Wie bei allen Neubauten der VGF sind effektive Blindenleitsysteme ebenso selbstverständlich wie moderne Fahrgast-Informationssysteme.

 

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Tunnelvortriebsmaschine

Eine besondere Herausforderung ist der Bau des Tunnels, der erste seit Verlängerung der U4 auf dem DI-Abschnitt Hauptbahnhof – Bockenheimer Warte, der im Februar 2001 eröffnet wurde. Ein Clou für Frankfurt: Die gewaltige Tunnelvortriebsmaschine, die voraussichtlich im Jahr 2017 ihre Fahrt durch den Untergrund aufnehmen wird. Sie verbindet hohe Ingenieurskunst mit schwerstem Gerät. Der Koloss, der nacheinander die zwei rund 1,4 Kilometer langen und parallel verlaufenden Tunnelröhren zwischen Europa-Allee und Platz der Republik graben wird, könnte bis zu 700 Tonnen wiegen und ca. 74 Meter lang sein. In voller Pracht wird er nur nach Lieferung und Montage vor der zu grabenden Röhre zu sehen sein, danach verschwindet er im Untergrund.

Die Arbeiten mit dem Bohrer werden in drei Schichten erfolgen, an sieben Tagen in der Woche. Ein vielköpfiges Team aus Bauarbeitern bedient die Tunnelbohrmaschine, befördert die Erde ins Freie und installiert die sogenannten Tübbings, die die kreisförmige Betonröhre bilden, durch die später die Bahn fährt. Aus fünf Elementen und einem „Schlussstein“ setzt sich so ein ringförmiger Tübbing zusammen. Jedes dieser Betonelemente wiegt rund 4,5 Tonnen, ca. 7.500 solcher Tübbings werden im Untergrund insgesamt verbaut.

 

Informationen

Aktuelle Informationen zu den Bauarbeiten finden Sie auf unserer Internetseite. Dort erhalten Sie jeweils die für Sie relevanten Informationen zum Baustellengeschehen sowie zu geplanten Bauarbeiten entlang des neuen Streckenabschnitts.

Gern beantworten die Kollegen der SBEV auch Ihre individuellen Fragen. Bitte wenden Sie sich dazu an info@sbev-frankfurt.de

Wenn Sie persönlich Kontakt zur SBEV aufnehmen möchten, besuchen Sie uns bitte in unserem Informationscontainer am Güterplatz (gegenüber dem „Skyline Plaza“). Die wechselnden Zeiten der Sprechstunden sind vor Ort angegeben. Natürlich finden Sie jeweils aktuelle Angaben auch auf unserer Website.

Bernd Conrads
B.Conrads@vgf-ffm.de
15 KOMMENTARE
  • Michael Sto
    Gepostet am 09:01h, 25 Februar Antworten

    Hätte man ja auch gleich während der Erschließung bauen können. Aber solcher Weitblick ist wohl zuviel verlangt.

    • Wolibien
      Gepostet am 20:53h, 23 Januar Antworten

      Erster Satz: Genau. Zweiter Satz: Die Stadtpolitik konnte sich nicht zwischen U-, Straßen- und Pferdebahn entscheiden; deshalb hat man auch den letzten Moment verpasst, wo es noch preiswerter gewesen wäre, weil nicht bebaut war.
      Das knüpft an die Geschichte des „Urban Entertainment Centers“ an, auch ein Glanzlicht unfähiger Stadtpolitik.

  • Unterirdisch
    Gepostet am 10:45h, 25 Februar Antworten

    Statt einen schönen Park in der Mitte haben wir nun eine hässliche Bahn, weil der RMV zu geizig ist komplett unterirdisch zu bauen und das bei €2,80 für eine Einzelfahrt.

    Danke!

    • Luis
      Gepostet am 21:58h, 16 November Antworten

      Erstens die Bahn ist absolut wichtig zweites es gibt in der Mitte einen Park wenn sie unter dem europagarten fährt

  • Peter
    Gepostet am 11:01h, 25 Februar Antworten

    Der RMV hat damit nicht viel am Hut! Informieren bevor man Schwachsinn schreibt! Warum soll die Allgemeinheit für ein paar priviligierte (das Wohngebiet weißt leider iel zu wenig sozialen Wohnungsbau auf!) auch noch extra zahlen, damit die noch nen schönen Park haben? Jeder solllte froh sein, dass es überhaupt eine U-Bahn gibt. DIe 4 Stationen sind teuer genug! Eine Erschließung mit Bussen hätte gereicht und wäre um Welten günstiger!

    • Marie
      Gepostet am 20:15h, 30 Oktober Antworten

      Um wieviel günstiger? Warum hat man dann überhaupt die U-Bahn?
      Welche Vorteile hat U-Bahn vor Büßen, dass die U-Bahn immer noch gebaut wird.

      • Luis
        Gepostet am 22:00h, 16 November Antworten

        Dann solltest du nachdenken

  • DerAufreger
    Gepostet am 11:55h, 25 Februar Antworten

    Ich find das Projekt sehr gut, da Umweltfreundlicher als Busse, und die Erschließung echt überfällig ist. Die Planung einer Ubahn ist nunmal wesentlich zeitintensiver als die Erstellung des Bebauungsplans und die Veräußerung der Grundstücke. Dort wird dann einfach wesentlich schneller gebaut, und so kommt es eben, dass die Ubahn dann erst im Nachgang kommt. Dass man ein komplett neues Viertel nicht einfach so aus dem Boden stampft, und immer wieder Nacharbeiten nötig sind liegt nunmal in der Natur der Sache. Und: Die Ubahn ist teilweise extra unterirdisch geplant, damit es eben den Europagarten als Park gibt, sehe da die Sinnhaftigkeit des Genörgels nicht. Wäre die Bahn komplett unterirdisch geplant worden, hätten wieder alle geschrien, dass das ja absolut unnötig sei. Baut man sie oberirdisch, schreien alle, weil es angeblich hässlich sei. Gerade U- und Straßenbahn fügen sich, zumindest wenn sie neu gebaut werden, absolut top in ein modernes Stadtbild ein und sind einfach Zeichen einer fortschrittlichen Städeplanung. Bei Bussen würden wieder andere schreien, weil sie die Haltestelle vor dem Fenster haben. Und würde man gar keine Anbindung bauen, wäre das auch wieder falsch. Zeigt mal wieder: Egal wie man es macht, man macht es niemals allen recht. Nur habe ich mittlerweile das Gefühl, dass bei vielen der ewigen Nörglern einfach die Langeweile um sich greift, und dass man sich dann an solchen Dingen aufhängt…

  • DAPD
    Gepostet am 16:29h, 25 Februar Antworten

    Ich halte es schlichtweg für einen Skandal wie wenig in dieser Stadt, ja selbst in unserem Land, mittlerweile für die Grünpflege getan wird. Alleen sterben und niemand erhebt sich zum Widerstand. Deshalb müssen die kleinsten Chancen, die sich durch (Verkehrs)Planungen ergeben, um mehr Alleen oder alleenartigen Grünbestand anzulegen zwingend genutzt werden! Zukünftige Generationen werden davon in einem noch ungeahnten Ausmaß proftieren.

  • Unheil
    Gepostet am 07:09h, 26 Februar Antworten

    Liebe Stadt, liebe VGF,
    anstatt die alten Stadtteile am Rand zu erschließen, erst mal hier das neue Luxusviertel, damit es noch versnobter wird. Klar wer lebt schon in Fechenheim, Oberrad, Schwanheim, Zeilsheim, Sossenheim, Harheim… ja da brauchen wir keine S-Bahn, keine U-Bahn da genügen volle Busse… da leben ja nur eure Friseure, Handwerker und Müllmänner… Weiter so! Aber wundert euch nicht über steigende Kriminalität und Wutbürger – ihr züchtet sie gerade!

    • Bernd Conrads, VGF
      Gepostet am 09:31h, 26 Februar Antworten

      Danke für die Kommentare zur Europaviertel-Erschließung. Der Blog ist noch jung, das ist der Beitrag, der bis jetzt die meisten Reaktionen hervorgerufen hat. Nicht nur positive, aber das ist in Ordnung.

      Was den Kommentar von „Unheil“ betrifft: Sicher läßt sich über die ÖPNV-Anbindung älterer Stadtteile am Rand der Stadt kritisch diskutieren. Aber eine Aufrechnung gegen die notwendige Erschließung eines Neubaugebiets, ist nicht sinnvoll. Auch schüren Sie mit Ihren Aussagen die Ressentiments, die Sie selber beklagen, was ebenfalls nicht gut ist. Eine systematische Benachteiligung bestimmter Stadtteile und ihrer Einwohner durch die Frankfurter Verkehrspolitik oder die VGF findet jedenfalls nicht statt.

    • Marie
      Gepostet am 20:14h, 30 Oktober Antworten

      Wenn Sie so sagen, dass eine Präferenz zu ‚Luxusviertel‘ gegeben wird, um ein U-Bahn Linie zu bauen, dann ist es falsch. Die Leute die in ‚Luxus‘ wohnen, brauchen kein öffentliches Verkehr.

      Ist es Ihnen nicht eingefallen, dass in der Stadt teil, wo viel neu gebaut wird, einfach mehr Platz gibt?
      Und das macht es viel einfacher U-Bahn Linie zu planen.

  • Roman Suhrkamp
    Gepostet am 13:04h, 29 Februar Antworten

    Grundsätzlich frage ich mich, warum das alles so lange dauert. Der hintere Teil scheint ja Ende des Jahres fertig zu sein. Es hängt also wohl an der Station Güterplatz und dem Tunnelbereich davor und dahinter. 6 Jahre scheint mir für 1,4km eine sehr, sehr lange Zeit zu sein.
    Und wenn es wie bei anderen öffentlichen Bauvorhaben ist, verzögert sich das Ganze sicher auch nochmal kräftig.

  • :-)
    Gepostet am 23:08h, 02 März Antworten

    Besser zu spät als nie.
    Das Projekt ist gut! Die lange Zeit bis zum Baubeginn zeigt wie, entscheidungsunfähig man in dieser Stadt ist.

  • Jörg Holfelder
    Gepostet am 15:27h, 17 März Antworten

    Ist eigentlich aus den Tunnelröhren am Güterplatz ein Abzweig in die Mainzer Landstraße möglich/geplant/vorgesehen?
    Dann könnte man später über eine Rampe zwischen Hafenstraße und Speyerer Straße die 11 von Höchst in eine Ubahn umwandeln. Fände ich gut!

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