Und täglich grüßt eine neue Baustelle

Baustellen sind nicht unbedingt beliebt. Weder bei Fahrgästen, die mit Umsteigen und Ersatzverkehr längere Fahrzeiten in Kauf nehmen müssen, noch bei Anwohnern, die plötzlich Bagger vor der Tür haben. Nicht bei Autofahrern, die im Stau stehen, nicht bei Fußgängern, deren normale Laufwege abgeschnitten sind und auch nicht bei Geschäftsinhabern oder Gastronomen, die ihren Umsatz gefährdet sehen. Es gibt nur eins, das noch schlimmer ist: Baustellen, die nicht wie angekündigt fertig werden.

Mit einer solchen hat die VGF zur Zeit an der Eckenheimer Landstraße zu kämpfen: Der barrierefreie Umbau der Stationen „Musterschule“ und „Glauburgstraße“ kann nicht wie lange angekündigt Ende dieser Woche abgeschlossen werden, stattdessen dauert er sechs Wochen länger. Und die nächsten Bauarbeiten, die den Betrieb der VGF genau wie den Straßenverkehr behindern werden, stehen schon vor der Tür: zuerst am Hauptbahnhof, dann auf der Mainzer Landstraße.

Die gefühlt zahllosen Baustellen, die das Leben in Frankfurt den Sommer über schwer machen, sind Dauerthema in den Zeitungen. Das fängt meist mit einem Übersichtsartikel wie dem aus der „Frankfurter Rundschau“ vom 15. Juli an: „Baustellenzeit beginnt“. Aufgezählt werden dann Arbeiten in Bockenheim, Bockenheim / Griesheim, Dornbusch / Westend-Nord, Eschersheim / Heddernheim, Heddernheim, Höchst, Niederursel / Praunheim, Ostend, Sachsenhausen und Seckbach, die alle in den Monaten Juli und August auf dem Programm stehen. Die Baustelle an den U5-Stationen im Nordend fehlt, sie lief ja schon seit Ende März.

Neues Gleiskreuz an der Ecke Friedberger Landstraße / Rohrbachstraße (August 2012).
Neues Gleiskreuz an der Ecke Friedberger Landstraße / Rohrbachstraße (August 2012).

Die VGF mischt hier kräftig mit, denn als Verkehrsunternehmen ist sie schlicht auch eines der größten Infrastruktur-Unternehmen der Stadt mit 64,85 Kilometer U-Bahn-Betriebsstreckenlänge, 68,68 Kilometern Straßenbahn-Betriebsstrecke, 86 U-Bahn-Stationen – davon 27 unterirdisch – und mehr als 700 Straßenbahn- und Bushaltestellen. Und alles will unterhalten, in Schuß gehalten, erneuert, modernisiert, auf alle Fälle betriebsbereit und vor allem sicher gehalten werden.

Es mag manche überraschen: von selbst erledigt sich das nicht, die sich selbsterhaltende Gleistrasse, die sich über Jahrzehnte auf wundersame Weise und ohne Zutun regeneriert, gibt es nicht. Bauarbeiten zur Instandhaltung sind unvermeidlich, der Unterhaltung der bestehenden Infrastruktur kommt heute mindestens so viel Bedeutung zu wie Netzausbau und Erweiterung. Und die Kosten haben sich auch angeglichen: Der barrierefreie Umbau der Stationen „Musterschule“ und „Glauburgstraße“ ist ein veritabler Neubau im Bestand und war mit 10,3 bzw. 8.4 Millionen € veranschlagt. Und das wird allein wegen Verlängerung der aufwendigen Müllentsorgung und Verlängerung des Busersatzverkehrs nicht das letzte Wort bleiben.

Folgenreicher Gleisbau

Die Arbeiten an der Straßenbahnstrecke vor dem Hauptbahnhof, die am 29. August beginnen und in dem genannten „FR“-Artikel nicht aufgeführt waren, könnten Sprengpotenzial haben. Sie dauern bis einschließlich Sonntag, 11. September, und betreffen die Linien 11, 12, 16, 17 und 21, die umgeleitet werden, sowie die Haltestellen „Platz der Republik“, „Hauptbahnhof“, „Hauptbahnhof / Münchener Straße“ und „Weser- / Münchener Straße“, die nicht angefahren werden.

Warten auf den Einbau.
Warten auf den Einbau.

Das heißt: Nicht nur fahren fünf Straßenbahn-Linien ungewohnte Umleitungen – siehe hierzu auch die Presse-Information der VGF vom 23. August –, sondern auch der Autoverkehr rund um den Hauptbahnhof wird erheblich behindert. So wird die Straße Am Hauptbahnhof in Höhe Münchener Straße von Montag, 29. August, 2 Uhr, bis Montag, 12. September, 3 Uhr, in beiden Fahrtrichtungen auf jeweils eine Fahrspur verengt. Die Umleitungsempfehlung in Fahrtrichtung Messe: ab Baseler Platz über Gutleutstraße und Hafentunnel. Doch auf dieser Umleitungsstrecke wird der Verkehr dicht sein und Staus werden nicht ausbleiben. Einen Ersatzverkehr mit Bussen hat die VGF deshalb nicht eingerichtet, zumal die U-Bahnlinie U4 und die S-Bahnen – die Tunnelsperrung soll dann abgeschlossen sein – ohne Einschränkungen verkehren. In der Münchener Straße befindet sich die Baustelle zwischen Haus Nummer 55 und Am Hauptbahnhof. Der Abschnitt ist für den Autoverkehr gesperrt, Radfahrer und Fußgänger können die Baustelle aber passieren.

Altersschwache Gleise

Betroffen ist von den Arbeiten die Gleisanlage vor dem Hauptbahnhof mit ihren Verbindungen zur Münchener Straße sowie zum Betriebshof Gutleut. Anders als zum Beispiel das Straßenbahn-Netz in Freiburg im Breisgau, das am Bertholdsbrunnen in der Innenstadt eine zentrale Kreuzung hat, über die alle Linien führen, ist das Frankfurter Tram-Netz eher dezentral angelegt, viele Linien sind von dem zweiwöchigen Bau also nicht betroffen. Die U-Bahn auch nicht. Dennoch: wenn es ein Herzstück für den Straßenbahn-Verkehr in Frankfurt gibt, dann ist das der Hauptbahnhof.

Die Gleise werden auf einer Länge von 225 Metern samt Unterbau ausgebaut und ersetzt, genauso wie acht alte Weichen. Beides, Gleis und Weichen, wird durch neues Material ersetzt. Dafür nimmt die VGF insgesamt 2,07 Millionen € in die Hand, Kosten für Material und Bauausführung inbegriffen. Eine finanzielle Förderung des Landes gibt es, anders als bei Neubauprojekten, für diese Instandhaltung leider nicht.

Stark belastet: Gleis am Hauptbahnhof.
Stark belastet: Gleis am Hauptbahnhof.

Die gesamte Anlage ist nicht nur stark belastet durch den täglichen Tram-Betrieb, sondern auch in die Jahre gekommen: die Weichen, zum Beispiel, stammen aus dem Jahr 1994. Die Lebensdauer hängt generell von der Frequenz der Fahrten und dem Radius der Bögen ab. Je enger der ist, desto stärker und schneller der Verschleiß. Am Knotenpunkt Hauptbahnhof mit mehr als 100.000 Straßenbahn-Fahrgästen am Tag fahren fünf Linien in einem engen Takt von nur wenigen Minuten, dazu kommen der Ebbel-Ex und die Doppel-Traktionen der Linie 20 im Stadionverkehr. Normalerweise geht die VGF bei so einer Gleisanlage von einer Lebensdauer von rund 20 Jahren aus. Hier lag sie darunter, aber im Laufe der letzten Jahre wurden mehrere provisorische Reparaturen in Form von Aufschweißungen ausgeführt, um den Betrieb sicher und zuverlässig aufrecht zu halten. Allein: Die „Aufschweißbarkeit“ nimmt im Laufe der Zeit immer weiter ab. Irgendwann heißt es folgerichtig „Ende – Gelände“, Instandsetzung ist dann nur noch durch eine komplette Erneuerung möglich. Und Erneuerung heißt: Vollsperrung.

Können die es nicht einfach sein lassen?

Was sofort die Frage nach sich zieht: Was geschieht, wenn die VGF die Arbeiten einfach nicht macht? Immerhin stört sie dann nicht den wichtigen Autoverkehr oder die verdiente Nachtruhe. Aber: Der Zustand von Gleisen und Weichen verschlechtert sich, denn erstaunlicherweise regeneriert sich die Infrastruktur nicht über Nacht von selbst – schon gar nicht unter Volllast. Langsam-Fahrstellen müssen möglicherweise früher oder später eingerichtet werden, die den Straßenbahn-Betrieb an einem neuralgischen Punkt spürbar verschlechtern, was jeder Fahrgast unmittelbar zu spüren bekommt. Wer hat sich nicht schon einmal gefragt, warum die Bahn an dieser oder jenen Stelle aus scheinbar nicht ersichtlichem Grund wie eine Schnecke kriecht? Letztlich aber geht es auch um die Betriebssicherheit, denn im Weiteren können runtergefahrene Schienen brechen, was letztlich zur Stilllegung führt. Dafür würde kein Fahrgast Verständnis aufbringen. Und alle jene, die der VGF gerne öffentlich vorhalten, die Stadt mit ihren „überflüssigen“ Baustellen lahm zu legen, würden ihr dann vorwerfen, auf Verschleiß zu fahren und die Mobilität zahlreicher Fahrgäste zu sabotieren.

Demontage alter Gleise auf der Friedberger Landstraße (März 2012).
Demontage alter Gleise auf der Friedberger Landstraße (März 2012).

Also wird zwei Wochen rund um die Uhr und unter Volldampf gebuddelt, gebaggert und gegraben. Der Auftrag hierzu ging an die Gleisbaufirma Martin Rose GmbH & Co. KG aus Kassel, die seit mehr als 65 Jahren Erfahrung mit Gleisen aller Art hat. Erworben durch Arbeiten im Fernnetz der DB, aber auch in städtischen Stadtbahn- und Straßenbahn-Netzen wie in Kassel, Mannheim, Braunschweig, Düsseldorf oder Magdeburg. Auch in Frankfurt und für die VGF hat Rose schon Aufträge gewonnen und ausgeführt: so an der Battonnstraße und an diversen Haltestellen und Bahnübergängen.

Bei Wind und Wetter werden in den kommenden Tagen bis zu 70 Arbeiter in mehreren Schichten zugange sein; die Anzahl der Mitarbeiter von der Fertigung der Weichen bis zur Abnahme kann dabei nur schwer geschätzt werden. Aber selbst bei der VGF waren rund 40 Kolleginnen und Kollegen von der Planung bis zur Ausführung mit diesem Projekt beschäftigt oder werden es sein.

Alte Gleise werden auseinander geschweißt (Friedberger Landstraße, März 2012).
Alte Gleise werden auseinander geschweißt (Friedberger Landstraße, März 2012).

Schweres Gerät für 5.133 Tonnen Material

Die eigentlichen Bauarbeiten beginnen wie immer mit der Demontage der alten Anlage: rund 300 Tonnen Beton, 1.900 Tonnen Boden, 14 Tonnen Gleise, 80 Tonnen Weichen. Wenn die Firma den Unterbau der Gleise und Weichen erneuert, muß sie ca. 80 cm tief in den Boden gehen. Bewegt werden insgesamt in den 14 Tagen ca. 5.133 Tonnen – Erdreich, Asphalt, Frostschutzschicht, Beton, Gleise, Weichen. Dabei kommt allesmögliche Gerät zum Einsatz, das auf Baustellen zu finden ist: Lkw, Zweiwegebagger, Radlader, Grader, Mobilkräne, Asphaltfertiger, Rüttelwalzen, Schleiffahrzeug und diverse Kleingeräte.

Aushub. Hier an der Baustelle Rohrbachstraße im März 2012.
Aushub. Hier an der Baustelle Rohrbachstraße im März 2012.

Deren Einsatz ist nicht geräuschlos, neben Dreck ist deshalb auch der Lärm ein ständiger Begleiter solcher Baustellen. Entsprechende Emissionen sind unvermeidlich, zum Beispiel beim Aushub oder den notwendigen Schleifarbeiten. Diese sollen möglichst während des Tages ausgeführt werden, aber gearbeitet wird grundsätzlich von 0 bis 24 Uhr – und damit 24 Stunden täglich. Ohne eine Nachtgenehmigung sind Projekte dieser Art nicht zu schaffen. Zumindest nicht in dieser Zeitspanne, denn wie üblich sollen die Arbeiten so zügig wie möglich abgeschlossen werden, um die Behinderungen so kurz wie möglich zu halten.

Die allgemein akzeptierte Forderung, daß Baustellen nicht zu lange behindern dürfen, hat einen riskanten Nebeneffekt: Sollte Unvorhergesehenes auftreten, ist wenig „Luft in der Tüte“. Am Hauptbahnhof beginnen die Arbeiten am 29. August, die Fertigstellung ist für Montag, 12. September 1 Uhr geplant. Das heißt: Mit Betriebsbeginn an diesem Tag sollen gegen 4 Uhr die ersten Straßenbahnen wieder über den Hauptbahnhof fahren. So die Planung der VGF.

Plan und Wirklichkeit

Tatsächlich stimmen Plan und Wirklichkeit aber nicht immer überein. „Öffentliche Bauprojekte“, schrieb die FAZ am 18. August, werden häufig nicht pünktlich abgeschlossen, daran hat man sich gewöhnt.“ Das Gegenteil ist der Fall: Die meisten Arbeiten – und hier schreiben wir nicht vom Berliner Flughafen, der Elbphilharmonie in Hamburg oder der Kölner Oper, sondern von solchen der VGF, die die Menschen in Frankfurt betreffen – werden pünktlich abgeschlossen. Gravierende Verzögerungen wie an der Eckenheimer Landstraße fallen gerade deshalb so auf. Gleisbauarbeiten wie sie jetzt am Hauptbahnhof anstehen, hat die VGF in den vergangenen Jahren stets pünktlich abschließen können. Gewiß, Verzögerungen bei unseren Projekten kommen trotzdem vor, sind immer unangenehm und haben oft individuelle Gründe, die sich nicht auf den ersten Blick erschließen: die Inbetriebnahme des Aufzugs am Schweizer Platz etwa verspätete sich 2015 wegen Insolvenz des Herstellers, die Eckenheimer Landstraße blieb 2014 rund um die Station „Deutsche Nationalbibliothek“ für den Autoverkehr wegen maroder Gullys gesperrt, als die U5 schon wieder fuhr.

Die neuen Gleise liegen (Friedberger Landstraße, August 2012).
Die neuen Gleise liegen (Friedberger Landstraße, August 2012).

Hauptgrund: Im Boden, unter der Decke von Straßen und Gehwegen nicht zu erkennen, liegen lebenswichtige Teile der städtischen Infrastruktur: Strom, Gas, Wasser, Telekommunikation. Für die gibt es kein Kataster, wie Mark Gellert, Sprecher des Planungsdezernats, der „FR“ bestätigte. Die Folge: Erst nach Öffnung des Bodens fällt auf, daß verzeichnete Wasserkanäle anders liegen oder Telekom-Leitungen verlaufen, die gar nicht da sein sollten. Das führt zu Verzögerungen, die sich aufschaukeln, weil nicht geplante Arbeiten an Wasser- oder Gasleitungen verhindern, daß darüber die Fläche zur Montage einer Ampel hergestellt werden kann. Der ganze Bauzeitenplan wird zur Makulatur.

Auch die Arbeiten vor dem Hauptbahnhof sind letztlich nicht vor Überraschungen sicher. Unter dem eigenen Gleiskörper liegen zwar keine fremden Leitungen, und die Kreuzung Am Hauptbahnhof / Münchener Straße wird anhand der vorliegenden Karten nochmals überprüft. Aber geht das nicht zuverlässiger, diese Karten müssen ja nicht – siehe „Eckenheimer“ – 100%-tig korrekt sein? Da bleibt nur, den in Frage kommenden Straßenabschnitt vor dem eigentlichen Gleisbau aufzureißen und nachzusehen. Doch die Baugruben wären, was Lärm, Dreck und Verkehrsbehinderungen betrifft, von der Hauptbaumaßnahme nicht zu unterscheiden. Als nächstes würden die Leitungen oder Kanäle umgelegt, der ursprüngliche Gleisbau hätte dann noch immer nicht begonnen, die Behinderung würde aber schon Wochen andauern. „Überraschungen“ würde es dann nicht mehr geben, aber die Bau- und damit Behinderungszeit würde sich um ein Vielfaches verlängern – was schlicht nicht gewollt ist. Riskanter ist für den Gleisbau aber so oder so das Wetter: zu starker Regen erschwert oder verunmöglicht den Betoneinbau, bei zu großer Hitze kann nicht geschweißt werden. Und da auch diese Baustelle extrem kurz getaktet ist, zählt jeder Tag.

Auskünfte für Fahrgäste

In der Fahrplanauskunft im Internet (www.traffiQ.de) sind die geänderten Fahrpläne der Linien 11, 12, 16, 17 und 21 berücksichtigt. Über die beste Fahrtmöglichkeit informiert auch das Servicetelefon unter der Nummer 069 / 24 24 80 24 an, das rund um die Uhr erreichbar ist.

Fast fertig: Neue Gleisanlage auf der Friedberger Landstraße (August 2012).
Fast fertig: Neue Gleisanlage auf der Friedberger Landstraße (August 2012).

Und, falls es jemandem auffallen sollte: Die Eintracht eröffnet die Saison am 27. August gegen den FC Schalke – vor Beginn der Arbeiten. Das nächste Heimspiel ist am 17. September gegen Leverkusen – wenn am Hauptbahnhof neue Gleise und Weichen liegen. In die Bauphase fällt das Spiel gegen Darmstadt am 10. September – aber das ist auswärts. Selbst wenn: Für den Stadion-Verkehr ist der große Gleisbau kein Problem, er wird am 3. September (Billy Joel) und am 10. September (Summer-Game) über HBF-Südseite abgewickelt.

Und der Ebbel-Ex? Bleibt an zwei Wochenenden im Depot.

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7 Kommentare

  1. „viele Linien sind von dem zweiwöchigen Bau also nicht betroffen“… überlegen wir mal:
    11: Betroffen
    12: Betroffen
    13 (EbbelEx): Betroffen
    14: Nicht betroffen
    15: Nicht betroffen
    16: Betroffen
    17: Betroffen
    18: Nicht betroffen
    19: Indirekt betroffen (fährt zwar nicht über die Baustelle, aber wird trotzdem eingestellt)
    20: Wenn sie fahren hätte sollen würde können (oder so), wäre sie betroffen
    21: Betroffen

    Macht 8 Linien die betroffen (inklusive indirekt oder potentiell) sind, aber nur 3, die es nicht sind. Es sind also nur 73% der Straßenbahnlinien betroffen. Okay, das geht als „nicht so viele“ durch. Selbst wenn man die indirekt und potentiell betroffenen 19 und 20 raus nimmt, bleiben noch 6 betroffene und drei nicht betroffene Linien, also immerhin 66% der Linien, die betroffen sind.

    Richtig an der Aussage ist lediglich, dass es keine Stelle im VGF-Netz gibt, an der jede Linie vorbei muss. Die Zahl ist aber doch dezent geschönt.

  2. O.k., schuldig im Sinne der Anklage: Ich habe hier auf eine Volkszählung verzichtet. *bec.

    1. Anders als der Kommentator weiter unten fand ich die Antwort nicht unsachlich, sondern sie hat mich schmunzeln lassen. Man könnte die Rechnung übrigens noch weiter beschönigen, wenn man argumentiert, dass keine der neun U-Bahn-Linien von den Bauarbeiten betroffen ist. 😉

      Ungünstig bei der ganzen Sache ist übrigens der schmale Abfahrts-Bahnsteig an der Hbf-Südseite. Wenn da mehrere Fahrzeuge (egal ob Bus oder Bahn) hintereinander stehen, während man weiter vorne wartet, sieht man nicht, was für eine Linie als zweites dort steht. Aber angesichts der Platzsituation (und der üblicherweise deutlich geringeren verkehrlichen Bedeutung der Haltestelle) ist dort ganz offensichtlich ein Umbau auf breitere Bahnsteige weder möglich noch wirtschaftlich sinnvoll.

      Ich überlege übrigens noch nach einer angemessenen Strafe für die Schuldigkeit im Sinne der Anklage. Wie wäre es mit drei kompletten Runden 11, die die nachmittägliche Hauptverkehrszeit mit einschließen, an einem Tag mit mindestens 30 Grad mit einem R-Wagen? Okay, das ist wohl doch etwas zu hart. 😉

      1. Hallo! Ja, der Bahnsteig an der HBF-Südseite ist (zu) schmal, aber es stimmt, daß hier wegen der engen Straße eine Verbreiterung nicht möglich war oder ist. Und es stimmt auch, daß er für die sonstige Nutzung (Busse, Ebbel-Ex, gelegentlich Sonderfahrten) ausreicht. Obwohl er nicht barrierefrei ist. Was eine hochsommerliche fahrt im „R“-Wagen betrifft: Ja, ich weiß, daß viele Fahrgäste das als Strafe ansehen. Und auch, daß sie meinen, für ihre Monats- oder Jahreskarte klimatisierte Fahrzeug erwarten zu dürfen. Ganz ehrlich: dürfen sie. Die Nachrüstung dieser Wagen wurde deshalb auch geprüft, aber wegen der nicht ausreichenden Statik der Dächer verworfen. Im Normalbetrieb wäre das problemlos gewesen, bei Unfällen hätte aber keiner garantieren können, daß die schweren Geräte auch auf dem Dach bleiben. Und bei Niederflurbahnen können wir sie nicht anders installieren. Dasselbe gilt für die „U4“-U-Bahnwagen. Bei der Straßenbahn planen wir den Ersatz der „R“-Wagen. Der neue „T“-Wagen wird Klimaanlagen haben, aber leider dauert es damit noch etwas. *bec.

  3. 1. Sie haben diesen Blog auf Ihrer Seite
    https://www.vgf-ffm.de/de/aktuellpresse/news/einzelansicht/news/gleisbau_am_hauptbahnhof/
    verlinkt. Der Link ist falsch (Schreibfehler, ein „h“ zuviel)

    2. Spendieren Sie den Anwohnern Ohrstöpsel, damit man nachts schlafen kann?
    Bitte ersparen Sie mir den Satz „im Bahnhofsviertel ist es ohnehin laut“ und „die Arbeiten sind genehmigt“. Ich tausche gerne mit den Genehmigenden die Wohnung.

    3. Betreffen die Bauarbeiten „nur“ die Kreuzung Hauptbahnhof/Münchener Straße oder auch die Münchener Straße selbst? Die ist doch letztes Jahr bereits komplett aufgerissen worden…

    4. Ihre Antwort auf den oben veröffentlichten Blogeintrag ist empfinde ich als unsachlich.

    1. Danke für den Hinweis, Herr Hansen, wir werden den Link prüfen. Ohrstöpsel geben wir nicht aus, obwohl wir diese Idee bei anderen Bauarbeiten schon hatten. Was die Münchener Straße betrifft: Im Beitrag ist der Abschnitt zwischen Haus Nr.55 und der Straße Am Hauptbahnhof genannt. Der Rest der schon sanierten Straße wird also nicht wieder aufgerissen. Und was den Ihrer Meinung nach unsachlichen Ton angeht: Ich versuche in meinen Beiträgen lesbar zu machen, daß hier ein Mensch arbeitet. Sollte ich mich dabei im Ton vergreifen und z.B. unsachlich klingen, entschuldige ich mich. Ich wiederum empfinde Ihren Blog-Beitrag als unnötig aggressiv. *bec.

  4. Pressesprecher bei der VGF zu sein, das ist sicher kein einfacher Job, da man als solcher stets die Zielscheibe von Pöbeleien ist, vor allem von den Leuten, die zwar keine Ahnung, aber eine Meinung haben. Da braucht man sicher oft genug ein dickes Fell, schätze ich….

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